Familienmediation als Chance, um........

  • Konflikte auf Paar- und Elternebene zu klären.
  • Veränderungen in der Partnerschaft zu bearbeiten, möglicherweise geht es um Nähe und Distanz, persönliche Bedürfnisse und anderes.
  • Konflikte zwischen Eltern und Jugendlichen zu klären.
  • Veränderungen bei Übergangssituationen im Alter generationsübergreifend zu bearbeiten.
  • Streitigkeiten auf den Tisch zu bringen und konstruktive Lösungen zu finden.

Familienmediation bei Trennung und Scheidung anstelle einer Eskalation vor Gericht

Bei einer Trennung oder Scheidung, die durch das Gericht geregelt werden muss, entstehen häufig zusätzliche Verletzungen und weitere Eskalationen, insbesondere wenn es um die Regelungen rund um die Kinder geht. Die Eltern geben die Verantwortung für ihre Angelegenheiten einem Richter / einer Richterin ab, welche*r  die Situation nach der Rechtslage beurteilt und entscheidet, ohne die individuellen Gegebenheiten der Familie berücksichtigen zu können. Eine weiterführende Kommunikation unter den Eltern wird dadurch erschwert und führt zu weiteren Konflikten und somit zu weiteren Belastungen für die Kinder.

 

Die Entscheidung des Paares resp. der Eltern eine Mediation in Anspruch zu nehmen, ist der erste Schritte in Richtung Deeskalation, da die Kommunikation unter den Beteiligten gefördert wird und die Anerkennung und Würdigung der bisherigen gemeinsamen Vergangenheit Raum erhält. Die Eigenverantwortung von beiden Seiten wird gestärkt und die Interessen der Eltern, wie auch die der Kinder werden bei der Gestaltung der Vereinbarungen berücksichtigt. Dies führt zu einer grösseren Zufriedenheit aller Beteiligten, die Lösungen werden gemeinsam getragen und können bei Veränderungen individuell angepasst werden.

Wesentliche Gründe für eine Familienmediation, wenn Kinder im Spiel sind

  • Eltern lernen wieder gemeinsam zu verhandeln und verlässliche Vereinbarungen für die Kinder zu treffen.
  • Das Kapitel der Partnerschaft kann beendet werden und es ist möglich sich als Eltern zu reorganisieren.
  • Der Einbezug der Kinder in den Veränderungsprozess wird ermöglicht und es wird ihnen eine Stimme  gegeben.
  • Kurzfristige Regelungen in der aktuellen Krisensituation können vereinbart werden, um die schwierige Situation zu stabilisieren.
  • Die Bedürfnisse der Kinder können erkannt werden, um die Lösung auch für sie passend zu machen.
  • Die Elternrolle kann in der neuen Situation wieder wahrgenommen werden.
  • Die Rolle von Grosseltern und dem neuen Partner, resp. der neuen Partnerin können geklärt werden, wie auch der Umgang mit ihnen.

Die Trennung und Scheidung verläuft in Phasen

Die Trennung ist kein plötzliches Ereignis, sondern verläuft in einem Prozess, der sich über mehrere Phasen erstreckt. Vom ersten Gedanken der Trennung bis zur Trennung oder Scheidung können zwei bis drei Jahre vergehen. 

  1. Ambivalenz: Eine Seite beschäftigt sich mit der Trennung. Bleibe ich oder gehe ich? Das Alte will ich nicht mehr, will ich das Neue?
  2. Trennung: Der Entscheid ist getroffen.
  3. Scheidung: Der Entscheid ist offiziell mit Scheidungsfolgen.
  4. Nachscheidung: Wenn alles geregelt ist, funktionieren die Vereinbarungen nicht; möglicherweise gibt es neue Partner*innen.

Wie bewältigen die Kinder diesen Trennungsprozess?

Für Kinder sind zwei bis drei Jahre eine lange Zeit. Sie müssen je nach Alter unterschiedliche Entwicklungsaufgaben bewältigen und benötigen dazu den Rückhalt ihrer Eltern. Wenn Eltern in Trennungssituationen sind und ihre eigenen Krisen bewältigen müssen, können sie ihren Kindern in deren Entwicklungsschritten weniger Stabilität und Sicherheit vermitteln, da sie mit ihren eigenen Themen beschäftigt sind. Die Trennung stellt deshalb für die Kinder eine grosse Belastung dar, bis die Eltern die neue Situation reorganisiert und geklärt haben. Für die Eltern mag eine Trennung der richtige Schritt sein, um die persönliche Lebensperspektive wieder zu verbessern. Für die Kinder ist es jedoch zuerst einmal eine erschütternde Erfahrung, die sie zuerst akzeptieren und verarbeiten müssen. Diese zumindest kurzfristig belastenden Gefühle sind nicht vermeidbar, doch können Eltern Bedingungen für ihre Kinder herstellen, sodass die belastenden Gefühle verarbeitet werden können und neue Sicherheiten für die Kinder entstehen, die ihre weitere Entwicklung fördern.

Welche Bedingungen müssen für die Kinder nach einer Trennung erfüllt sein?

  • Der Kontakt des Kindes mit jedem Elternteil wird erhalten und ist für die Zukunft gesichert.
  • Eine Kooperation zwischen den Eltern ist neu aufgebaut und hat sich etabliert.
  • Die finanzielle Sicherheit ist für die Kinder hergestellt.

Wo setzt die Familienmediation an?

  • Die Familienmediation setzt an bei der Regelung der äusseren Veränderung für jedes Familienmitglied, mit dem Effekt, dass dadurch auch eine innere Stabilität entstehen kann.
  • Die Familienmediation bietet den Eltern die Möglichkeit zu den oben genannten Punkten (Bedingungen) eigenverantwortlich Lösungen zu entwickeln und Vereinbarungen zu treffen. 
  • Die Familienmediation bezieht die Kinder ebenfalls im Einverständnis der Eltern in den Prozess mit ein, ohne dass sie die Verantwortung für Entscheidungen übernehmen müssen.